Archiv: Rückblick auf die Preisverleihung 2024

Die Walter Mossmann Gesellschaft konnte – mit Unterstützung der Stadt Freiburg – am 1. Mai 2024 erstmals den Walter Mossmann-Preis vergeben. Die Wahl des siebenköpfigen Kuratoriums fiel auf SOPHIE SUMBURANE, Autorin und Aktivistin, Potsdam und SOOKEE, politische Musikerin, Berlin. Die Preisverleihung fand im Historischen Kaufhaus der Stadt Freiburg statt.

Sophie Sumbrane (Kopie)

Sophie Sumburane

geboren 1987 in Potsdam, studierte Germanistik und Afrikanistik an der Universität Leipzig sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und promoviert an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt über forensische Linguistik. Sie ist Autorin mehrerer Kriminalromane, schreibt für verschiedene Medien und engagiert sich gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Im Oktober vergangenen Jahres reiste sie im Rahmen eines Schriftsteller*innen-Meetings in die Ukraine. Sie ist Teil des Netzwerks »Herland – feministischer Realismus in der Kriminalliteratur« und Mitglied im Board des PEN Berlin. Ihr aktueller Roman „Tote Winkel“ (Edition Nautilus) rückt Opfer sexualisierter Gewalt in den Fokus.

Sookee (Kopie)

Sookee

ist Musikerin, Antifaschistin und Mutter. Durch ihre langjährige Erfahrung in diskriminierungssensiblen und machtkritischen Diskursen weiß sie, dass das Monothematische dem Multiperspektivischen Platz machen muss, wenn gesellschaftliche Veränderung das Vorzeichen unserer Handlungen sein soll. So ist sie Gastgeberin verschiedener Gesprächs- und Konzertreihen und schreibt Kolumnen für das „Veto-Magazin“ und das „Kinderstark Magazin“. Seit über 20 Jahren ist sie in der Rap-Szene aktiv und beendete im März 2020 nach nunmehr 6 Alben, zahlreichen Kollaborationen und unzähligen Auftritten offiziell ihre Beteiligung an den Strukturen der Musikindustrie. 2021 erschien der Sammelband „Awesome HipHop Humans – Queerfeministischer Rap im deutschsprachigen Raum“, den sie zusammen mit Kian Köpf herausgibt. Sookee ist mehrfach für ihr Engagement ausgezeichnet worden: Sie ist Trägerin des Louise-Otto-Peters-, des Clara-Zetkin- und des Rolf Budde-Preises. Als „Sukini“ ist sie musikalisch 2019 in kinderkulturelle Sphären gewechselt und macht seither Lieder, die sich jüngere und ältere Menschen gemeinsam erschließen können. Ist zwar auch Musikindustrie, aber im Bereich der Kindermusik arbeiten die Mühlen tatsächlich etwas anders. Gemeinsam mit Sohra Behmanesh hat sie die Arbeit an ihrem aktuellen Kindermusikalbum “Da haben wir den Salat” in einem gleichnamigen Podcast reflektiert. Aktuell beschäftigt sie sich vorrangig mit dem Thema Adultismus, also dem gesellschaftlichen Machtverhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen. Sie verbindet damit ihre diskriminierungssensible Kulturarbeit mit dem Feld der Gleichwürdigkeit Menschen unterschiedlichen Alters.

Begründung zur Preisvergabe

Das Kuratorium der Walter Mossmann-Gesellschaft e.V. gab zur Vergabe des ersten Walter Mossmann-Preises 2024 an Sookee und Sophie Sumburane die folgende Begründung ab:

"Sookee ist Musikerin, Moderatorin und Aktivistin. Seit über 20 Jahren ist ihr künstlerisches Handeln immer auch in politische Kontexte eingebunden. Sie war eine der ersten Rapperinnen, die sich offen gegen Homophobie, Sexismus, Rassismus und Antisemitismus im deutschen HipHop einsetzte. Heute macht sie als Sukini auch Kindermusik und regt – nicht nur – die nächste Generation mit ihren Texten zum Nachdenken an. In verschiedenen Diskussionsformaten öffnet sie Räume und baut Brücken zwischen schwer vereinbaren Positionen, ohne sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.

Sophie Sumburane ist Schriftstellerin und Autorin. Die gebürtige Brandenburgerin ist Vertreterin des 2022 gegründeten PEN Berlin und eine prägende Stimme der Kampagne „Verlage gegen rechts“. Sumburane tritt in ihren Romanen, politischen Essays und auf Veranstaltungen entschieden für Demokratie und Menschenrechte, für Solidarität mit Migrant:innen und Geflüchteten und gegen Rassismus und eine Normalisierung rechter Parteien wie der AFD ein.

Im Sinne von Walter Mossmann suchen Sookee und Sophie Sumburane den gesellschaftlichen Brückenschlag und zeigen dennoch immer eine klare Haltung."

Der Preis 2024 in den Medien

Über die erste Preisvergabe berichtete die Badische Zeitung am 25.4.24: „Durch die Liebe zur Sprache verbunden“

Der SWR»Kultur sprach mit dem Vorsitzenden Didi Danquart am 30.5.24: „Menschen, die gegen Unrecht widersprechen“

Eindrücke von der Preisverleihung

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