Herbst 2026

Newsletter Herbst 2026
Liebe Mitglieder der Walter Mossmann Gesellschaft, liebe Medienschaffende, liebe Kulturinteressierte,
anbei folgt der neue Newsletter der Walter Mossmann Gesellschaft. Nach der wunderbaren Veranstaltung zur Verleihung des Walter Mossmann-Preises 2026 an Anastasiia Kosodii am 29. April im E-Werk ist schon wieder einiges passiert.
Rückblick auf die Preisverleihung
Neben einem kurzen Blick zurück auf die so begeisternde wie berührende Verleihung des Walter Mossmann-Preises an die ukrainische Dramatikerin Anastasiia Kosodii – Fotos inklusive – findet ihr auf walter-mossmann-gesellschaft.de die großartige Laudatio von Sasha Marianna Salzmann auf die Preisträgerin genauso wie (in einer deutschen Übersetzung) die Dankesrede von Anastasiia Kosodii und die Begründung der Jury für die Preisvergabe von Theresia Walser. Nicht zu vergessen: die Grußworte von Kulturbürgermeister Roland Meder für die Stadt und die leitende Dramaturgin Katrina Mäntele für das Theater Freiburg.
Undine geht – ein überraschender Blick aufs Bachmann–Jahr
Anlässlich des 100. Geburtstages von Ingeborg Bachmann und gleichzeitig zum 50. Jubiläum des nach ihr benannten Literaturwettbewerbes gab es 2026 unzählige Veröffentlichung zum Leben, Wirken und Werk der österreichischen Schriftstellerin. Was viele nicht wissen: Walter Mossmann hat sich schon im Jahre 1992 mit einer Inszenierung von “Undine geht” aus dem Zyklus “Das dreißigste Jahr” im Freiburger Kammertheater an das gewaltige literarische Werk von Ingeborg Bachmann herangewagt. Susanne Fritz, Schriftsellerin und Regisseurin, war damals als Regieassistentin mit dabei. Für die Walter Mossmann Gesellschaft hat sie sich – herzlichen Dank, Susanne Fritz – an Walters Inszenierung erinnert. Ihr Menschen ihr Ungeheuer
Lemberg - eine schicksalhafte Stadt
Walter Mossmann war, wie viele von euch wissen, zusammen mit anderen ein wichtiger Initiator der - auch kulturellen - Städtepartnerschaft zwischen Freiburg und Lemberg (Lviv). Zusammen mit unserem ersten Vorsitzenden Didi Danquart hat Walter, der dort selbst einige Zeit lebte, Anfang der 90iger-Jahre ein essayistisches Städteportrait von Lemberg (Lviv) gedreht. Und diesen Sommer ist die ukrainische Dramatikerin Anastasiia Kosodii, Trägerin des Walter Mossman-Preises 2026, in das Leitungskollektiv des Lemberger Theaters berufen worden und aus dem Exil in ihre Heimat zurückgekehrt. Gründe genug, noch einmal in das Buch „Rückkehr nach Lemberg“ zu schauen, das der Anwalt für Menschenrechte Philippe Sands geschrieben hat, und das 2018 erstmals auf deutsch veröffentlicht wurde. Zumal Sands am 11. Oktober mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird. Die Kulturjournalistin und Autorin Bettina Schulte, die im Frühjahr auch bei uns im Kuratorium zur Vergabe des Walter Mossmann-Preises saß, hat das so faszinierende wie bewegende Buch für uns besprochen – hier ihr Text.
„Mecklenburg. Leberwurst. Lebensdurst. Red du nur“
Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin hat die Walter Mossmann-Preisträgerin Sookee in der taz den, wie wir fanden, so wunderbaren wie erhellenden und nachdenklichen stimmenden Text „Mecklenburg. Leberwurst. Lebensdurst. Red du nur“ veröffentlicht. „Über die Jahre habe ich beobachtet, wie der Westen den Osten erst ausgenommen und dann ausgelacht hat“, heißt es darin etwa und: „Dass sich rechte und rechtsextreme Parteien die Demütigung dieser Zuschreibungen zunutze gemacht haben, ist in einer autoritären Logik nur folgerichtig. Die Faschisierung des Ostens ist wie dieser Unfall, bei dem alle gaffen und dann aber leugnen, nicht nach vorne auf die Straße geguckt zu haben. Bis sie selbst irgendwo rauffahren. Die AfD mag in Zahlen im Westen nicht so stark sein, aber Mölln und Hanau liegen nicht in der ostdeutschen Provinz …“
Wir haben bei Sookee nachgefragt, ob wir ihren Beitrag auch euch noch einmal zugänglich machen dürfen. Sie hat sich darüber gefreut – voilá: Mecklenburg. Leberwurst. Lebensdurst …
Die WMG e. V. ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG)
Die Walter Mossmann Gesellschaft (WMG) ist seit September Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e. V. (ALG). Auf ihrer Jahreshauptversammlung Anfang September nahm die ALG die Walter Mossmann Gesellschaft in ihren Dachverband auf. Vertreten wurde die WMG bei der Jahrestagung in Lörrach durch den Vorsitzenden Vorstand, Didi Danquart. Gemeinsam mit der Expertise und den Erfahrungen der Internationalen Peter-Weiss-Gesellschaft und der Christian-Geissler-Gesellschaft ist die Walter Mossmann Gesellschaft damit Teil eines Netzwerks von rund 280 literarischen Gesellschaften, Literaturmuseen, Gedenkstätten, Archiven und weiteren Einrichtungen. Die Mitgliedschaft bietet der WMG neue Möglichkeiten der Vernetzung und öffentlichen Sichtbarkeit im gesamten deutschsprachigen Raum. Unter dem Dach der ALG profitieren die Mitgliedseinrichtungen unter anderem von Austausch- und Vernetzungsformaten sowie von Möglichkeiten zur Projektförderung. Für die Walter Mossmann Gesellschaft bedeutet die Aufnahme damit einen wichtigen Schritt, um ihre Arbeit bundesweit sichtbarer zu machen, neue Kontakte zu knüpfen und kleinere Projekte künftig auch über Förderangebote der ALG zu unterstützen. Die ALG wird durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie das Land Berlin gefördert.
Weitere Informationen zur Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten: https://alg.de/
Ausblick:
auf die Migliederversammlung Ende Nobvember 24. 11., auf der spannende Aussichten besprochen werden, wie es mit dem WM-Preis weitergehen kann. Und die Wichtigkeit einer Initiative unterstreicht, die öffentlichkeitswirksam versucht, Künstler'innen in ihrem zivilcouragiertem Verhalten auszuzeichnen! Eine der besten Möglichkeiten, das zu unterstützen, ist die Mitgliedschaft in der Walter Mossmann Gesellschaft!